Reisekrankheiten

Schützen Sie Ihren Hund vor gefährlichen Reisekrankheiten!

Viele Hundehalter nehmen ihren Vierbeiner regelmäßig mit in den Urlaub. Dabei sollte grundsätzlich darauf geachtet werden, dass der Hund ordnungsgemäß mit einem Mikrochip gekennzeichnet ist, der Europäische Heimtierausweis mitgeführt wird und die darin eingetragenen Tollwutimpfungen noch gültig sind (Details sind den aktuellen EU-Reiseinformationen zu entnehmen).

Foto: Sybille Daden_pixelio.de

Tierbesitzer, die mit Ihrem Hund ins südliche Europa reisen sollten sich grundsätzlich vorab über die dort herrschenden Infektionsrisiken informieren. Zu den am weitesten verbreiteten, durch Vektoren übertragenen Krankheiten, zählen Borelliose, Leishmaniose, Dirofilariose (Herzwurmkrankheit), Ehrlichiose und Babesiose (siehe Tabelle unten). Diese Krankheiten beschränken sich aber nicht mehr nur auf den Mittelmeerraum, sondern kommen auch bereits in Regionen Süddeutschlands und der Schweiz vor.

 

Fotos: Frank Hollenbach / Echino_pixelio.de

Die  oben genannten Krankheiten werden von Parasiten wie Stechmücken, Flöhen und Zecken übertragen. Die beste Vorsorge gegen diese Erkrankungen ist ein lückenloser und wirksamer Parasitenschutz.

 

 

Effektive Vorsorge beginnt zu Hause

  • Beginnen Sie mit der Vorsorge schon zu Hause, damit der Parasitenschutz sich bis zum Urlaub voll entfalten kann.

  • Zur Vorbeugung von Infektionskrankheiten eignen sich besonders Präparate mit abtötender und repellierender Wirkung. Diese wehren Zecken, Mücken und Flöhe bei Kontakt ab und können so ein Zustechen verhindern.

  • Lassen Sie sich vom Tierarzt über das Wirkspektrum und die Wirkdauer der Präparate für unterschiedliche Parasiten beraten. So wirken bestimmte Spot-on-Präparate gegen Zecken und Flöhe mindestens vier Wochen, gegen bestimmte Mücken jedoch nur zwei!

  • Lassen Sie sich zeigen, wie Sie den Parasitenschutz richtig auftragen und achten Sie darauf, dass er sich wirksam auf der Haut verteilen kann.

 

 Richtiges Verhalten am Urlaubsort

Foto: Klaus Steves_pixelio.de

Gut wirksame Antiparasitika schützen zwar sehr gut, jedoch gibt es niemals einen hundertprozentigen Schutz!

Weitere Vorsorgemaßnahmen und Achtsamkeit sind daher auch im Urlaub wichtig.

 

 

  • Untersuchen Sie mindestens einmal täglich und immer nach Spaziergängen ihren Hund auf Zecken und Parasiten und entfernen sie diese unverzüglich.

  • Nutzen Sie, wenn möglich, engmaschige Mückengitter an den Fenstern zum Schutz vor Stechmücken in Innenräumen.

  • Stechmücken sind vermehrt in den Morgenstunden und in der Abenddämmerung aktiv. Halten Sie in diesen Zeiten und nachts Ihren Hund im Haus.

  • Die Leishmanien übertragenden Sandmücken halten sich gern an windstillen Orten auf. Meiden Sie diese und gehen mit Ihrem Hund besser an Orten mit einer leichten Brise spazieren.

  • Meiden Sie mit Ihrem Hund streunende Artgenossen, da sich Parasiten gern auch von Hund zu Hund übertragen

  • Lassen Sie Ihren Hund nicht aus stehenden oder verschmutzten Wasserstellen trinken.

  • Meiden Sie herumliegenden Müll, Essens- oder Futterreste

 

Wie beim Menschen kann der Urlaub auch für den Hund eine gewisse Umstellung bedeuten (anderes Klima, anderes Futter, andere Keimflora). Erreger, die einheimischen Hunden nichts anhaben, können fremde Tieren aber krank machen. Bringen Sie daher, zumindest für die ersten Tage, das Liebligsfutter von zu Hause mit. Füttern Sie langsam einheimisches Futter zu, damit sich das Abwehrsystem des Hundes an die fremde Nahrung anpassen kann.

 

Aufmerksam sein auch nach dem Urlaub

 Trotz aller Vorsichtsmaßnahmen kann nach dem Urlaub noch Unsicherheit bestehen, ob sich der Hund infiziert hat. Nach der Rückkehr aus Risikogebieten gilt es daher weiterhin aufmerksam zu sein.

  • Beobachten Sie Ihren Hund auf Veränderungen und erste Anzeichen von Krankheiten.

  • Nehmen Sie Abgeschlagenheit, Schwäche, blasse Schleimhäute, geschwollene Lymphknoten oder Hautausschläge immer sehr ernst.

  • Stellen Sie Ihren Hund bereits bei einem ersten Verdacht Ihrem Tierarzt vor und weisen diesen auf Ihre vergangene Reise hin.

  • Ziehen Sie auch bei Veränderungen nach längerer Zeit eine Reiseinfektion noch in Betracht. Krankheiten wie Leishmaniose oder die Dirofilariose brechen meist erst Monate nach dem Auslandsaufenthalt aus.

 

Übersicht der häufigsten Reisekrankheiten

Krankheit Leishmaniose  
Ehrlichiose       
Babesiose  
Dirofilariose / Herzwurmerkrankung
Erreger Leishmanien / Einzeller Ehrlichien / Bakterien Bebesien / Einzeller Dirofilarien / Fadenwürmer
Überträger Sandmücken Zecken Zecken Stechmücken
Symptome Meist erst nach Monaten: schuppiger Hautausschlag, Haarausfall, Schwäche, große Lymphknoten, Blutarmut, Nierenprobleme bis hin zum Versagen Verlauf in Schüben: Appetitlosigkeit, Nasenbluten, Er- brechen, Atemnot, Fieber, Erblindung, Gelenkschmerzen Plötzlicher Tod möglich. Fieber, rot- bis grün- brauner Harn, blutige Durchfälle, Nierenversagen Erste Symptome sechs Monate nach Befall: Leistungsabfall, Atemprobleme, Hustenanfälle, Herz-Kreislaufprobleme, Beeinträchtigung der Organfunktionen

Behandlung / 

Prognose

 Langwierige medikamentöse Behandlung, die meist nicht alle Erreger töten kann – Rückfall- gefahr auch nach Jahren

 Mindestens zweiwöchige Anti- biotikatherapie

 Therapie mit Antibiotika, unter Umständen Bluttransfusionen

 Vorbeugung gegen Überträger und Behand- lung gegen übertragene Larven ist zu bevorzugen, adultizide Therapie schwierig

 (Quelle: MSD-Tiergesundheit, http://www.petsontour.de)