Neue Gebührenordnung tritt am 14.02.2020 inkraft!

[13. Februar 2020]

Am 13.02.2020 ist im Bundesgesetzblatt die vierte Verordnung zur Änderung der Tierärztegebührenordnung (GOT) veröffentlicht worden. Damit tritt sie am 14.02.2020 in Kraft und muss von jeder Tierarztpraxis im Notfalldienst angewandt werden.

Innerhalb des tierärztlichen Notfalldienstes (außerhalb der regulären Sprechzeiten von 18 Uhr bis 8 Uhr morgens, an Wochenenden und Feiertagen), muss jede Tierarztpraxis ab dem 14.02.2020 mindestens mit dem zweifachen bis maximal dem vierfachen Gebührensatz abrechnen, zusätzlich ist die Erhebung einer Notdienstgebühr von EUR 50,00 zzgl. MwSt. (EUR 59,50) gesetzlich vorgeschrieben!

Diese gesetzliche Verpflichtung entfällt für Leistungen, die im Rahmen der regulären Sprechzeiten erbracht werden. Wenn die reguläre Sprechstunde z.B. bis 20 Uhr geht oder am Samstag eine reguläre Sprechstunde angeboten wird, dann gilt dieser Zeitraum nicht als tierärztlicher Notfalldienst. Für die regulären Sprechstunden ändert sich also nichts.

Außerdem wird im § 9 das Wegegeld den gestiegenen Kosten angepasst. Das Wegegeld beträgt bei Benutzung eines eigenen Kraftfahrzeuges je Doppelkilometer nun 3,50 Euro, mindestens jedoch 13,00 Euro zzgl. MwSt. Der bisherige Nachttarif (§ 9 Absatz 2 Satz 2) entfällt.

Die Verkündung ist nachzulesen im Bundesgesetzblatt unter BGBl. I S. 158: www.bgbl.de/.

Der flächendeckende Notdienst stellt einen wichtigen Beitrag zum Tierschutz dar und muss zwingend aufrechterhalten werden. Dafür ist ein enormer Personalbestand erforderlich und das tierärztliche Personal als auch die Hilfskräfte müssen angemessen bezahlt werden. Viele Klinik- /Praxisinhaber können die gestiegenen Behandlungszahlen im Notdienst mit dem vorhandenen Personal nicht mehr bewältigen. Eine Rund-um-die-Uhr-Versorgung ist inzwischen nur noch in Ballungsgebieten möglich oder mit langen Anfahrten und Wartezeiten verbunden. Daher ist die Anpassung der GOT für den Notfalldienst eine wichtige Maßnahme, um diesen zukünftig gewährleisten zu können.

Was ist ein Notfall?

Im Notfalldienst werden Patienten außerhalb der üblichen Sprechzeiten, nachts, an Wochenenden und Feiertagen tierärztlich versorgt. Immer wieder landen Fälle beim Notdienst, die auch in den normalen Sprechzeiten hätten behandelt werden können. Denn zeigt das Haustier schon seit einiger Zeit Symptome, die den Tierhalter nun plötzlich beunruhigen, sollte man überlegen, ob der Tierarztbesuch nicht auch bis zum nächsten Werktag warten kann. Denn der Notfalldienst sollte Notfällen vorbehalten sein! Außerdem muss dem Tierbesitzer bewusst sein, dass auch aufgrund der Bereitstellung des Personals für den Notdienst die Kosten für eine Notfallbehandlung um ein Mehrfaches über denen einer Behandlung innerhalb der normalen Sprechzeiten liegen.

https://www.tieraerztekammer-hamburg.de/tierinfo/aktuell.html

[Quelle: Tierärztekammer Hamburg]