Zecken FAQ

Zecken können Tiere das ganze Jahr über bekommen, aber kaum eine Zeit im Jahr ist so Zeckenreich wie die wärmeren Monate im Frühjahr und Sommer. Die wichtigsten Fragen zum Thema Zecken möchten wir hier beantworten

 

Wie schütze ich mein Tier sicher vor Zecken?

Einen garantierten Schutz vor Zecken gibt es nicht. Es gibt jedoch eine Reihe zugelassenen Tierarzneimittel, bei denen eine gute  Schutzwirkung nachgewiesen werden kann. Werden diese Präparate regelmäßig und richtig angewendet, kann damikt einem Zeckenbefall in hohem Maße vorgebeugt werden. Verirren sich dennoch vereinzelt Zecken auf das Tier, so sollten diese so schnell wie möglich entfernt werden. Die tägliche Kontrolle des Tieres auf Zecken ist daher immer wichtig!

 

Wie groß ist die Gefahr einer Krankheitsübertragung beim Zeckenstich?

Die Anzahl an Zecken die Krankheitserreger übertragen nimmt stetig zu. Häufig übertragen werden dabei die Erreger der Borelliose, Babesiose oder Anaplasmose. Auch die Zahl der mit diesen Erregern infizierten Tiere steigt leider stetig. Nicht selten kommt es inzwischen zu schweren Erkrankungen die aufwendig und langwierig behandelt werden müssen. In seltenen Fällen kann die Erkrankung auch zum Tod des Tieres führen. Stellt man diesem Risiko gegenüber, wie einfach der Schutz vor den gefährlichen Erregern durch eine wirksame Zeckenprophylaxe ist, sollte man dieses Risiko keinesfalls eingehen. Besondere Gefahren lauern auch bei Reisen nach Südeuropa, wo Zecken häufig auch Überträger der Erreger von Babesiose und Ehrlichiose sind.

 

Kann ich mein Tier gegen Zecken impfen?

Nein, es gibt keine Impfung gegen Zecken, also keinen Impfstoff der verhindert, dass Zecken auf Hund oder Katze gehen, Blut saugen und dabei Krankheitserreger übertragen können. Es gibt lediglich Impfstoffe gegen die Erreger der Borelliose. Diese Impfung reicht aber als Schutzmaßnahme allein nicht aus, da sie nur vor dem einzelnen Erreger schützt, nicht aber vor anderen, die beim Zeckenstich ebenfalls übertragen werden können. Die Anwendung eines Zeckenschutzpräparates ist daher auch trotz Impfung immer notwendig.

 

In welchen Monaten muss ich mein Tier schützen?

Die Empfehlung, in welchen Monaten ein Zeckenschutz sinnvoll ist, richtet sich nach den individuellen Bedingungen des Tieres und nach der Region, in der das Tier lebt. Die Expertenkommission ESCCAP (www.esccap.de) gibt die folgenden Empfehlungen:

Tiere mit geringem Risiko (z. B. kaum Zugang ins Freie, kein Kontakt zu anderen Tieren) sollten nach jedem Aufenthalt im Freien untersucht und Zecken ggf. entfernt werden. Wurde das Tier einmal befallen, ist ein Zeckenschutz-Präparat temporär sinnvoll.

Tiere mit durchschnittlichem Risiko (regelmäßiger Zugang ins Freie, Kontakt zu anderen Tieren) sollten über die gesamte Zeckensaison, also von Februar bis November, einmal im Monat behandelt werden.

Tiere mit einem hohen Risiko (Zuchten, Jagdhunde, Tiere in Zeckengebieten) sollten das gesamte Jahr geschützt werden.

 

Informationsvideo „Zecken“

Wussten Sie, dass …

  • es weltweit ca. 870 verschiedene Zeckenarten gibt – kleine blutsaugende Parasiten, die nahe verwandt mit den Milben und Spinnen sind.
  • Zecken kommen gewöhnlich in waldigen und dicht bewachsenen Gebieten, also im Gras, im Gebüsch oder Unterholz vor. Beliebt sind Areale mit häufigem Wildwechsel und potentiellen Wirten. Die einzige Ausnahme ist die Braune Hundezecke, die sich auch in Wohnräumen oder Zwingern vermehrt.
  • Zecken können auch in den Wintermonaten aktiv sein, insbesondere wenn die Temperaturen über 7°C ansteigen.
  • Weibliche Zecken legen ihre Eier an lichtgeschützten dunklen Stellen am Boden ab. Das kompakte Eigelege mit bis zu 4.000 Eiern wird, abhängig von der Zeckenart, innerhalb von 6-20 Tagen abgelegt. Nach Eiablage stirbt die Zecke.
  • Aus den Eiern schlüpft die Zeckenlarve nach 16-30 Tagen.
  • Die meisten Zecken sind dreiwirtige Zecken, dies bedeutet, dass jedes Stadium – Larve, Nymphe und erwachsene Zecke – sich seinen eigenen Wirt sucht und Blut saugt.
  • Auf Wirtssuche bewegen sich die Zecken nur wenige Meter weit und klettern auf Grashalme und die Vegetation entlang von Wegen oder Pfaden, die die Wirte nutzen.
  • Die Entwicklung vom Ei zur erwachsenen (adulten) Zecke ist je nach Zeckenart unterschiedlich. So entwickelt sich die Braune Hundezecke bei guten Umweltbedingungen rapide schnell innerhalb von 2 Monaten, während der Zyklus beim Holzbock (Ixodes ricinus) 2 bis 4 Jahre dauert.
  • Die meisten Zecken können ohne Weiteres ein Jahr lang ohne Nahrungsaufnahme überleben.
  • Eine einzige weibliche Zecke kann mindestens 0,6 ml Blut aufnehmen.
  • Erste Krankheitssymptome treten, abhängig von der übertragenen Erkrankung, in der Regel erst 1 bis 4 Wochen nach einem Zeckenstich auf.
  • Die meisten Krankheitserreger werden etwa 24-48 Stunden nach Beginn des Blutsaugens auf den Hund übertragen. Das frühe manuelle Entfernen der Zecken hilft eine Krankheitsübertragung zu verhindern. Die winzig kleinen Zeckenlarven und Nymphen, die ebenso Krankheitserreger übertragen können, werden in der Regel jedoch übersehen.
  • Der beste Schutz ist eine frühzeitige Zeckenprophylaxe mit geeigneten Präparaten, um bereits zu Beginn der Zeckensaison gewappnet zu sein.

(Quelle: MSD Tiergesundheit)