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Corona-Spürhunde: Diag’nose‘

Donnerstag, 26. August 2021 10:57

Schweiß, Urin oder Speichel – Hunde können an unterschiedlichen Körperflüssigkeiten mit hoher Genauigkeit erkennen, ob Menschen mit SARS-CoV-2-infiziert sind.

 

Hunde übertreffen Menschen in ihrer Fähigkeit zu riechen auch wortwörtlich um Längen – ihre Nase bietet deutlich bessere anatomische Voraussetzungen.
Foto:© Sebastian Meller

Ein Forschungsteam unter Leitung der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo) veröffentlichte in Zusammenarbeit mit der Bundeswehr, der Medizinischen Hochschule Hannover und dem Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf in der Fachzeitschrift BMC Infectious Diseases eine Studie und einen Übersichtsartikel über Corona-Spürhunde. Die neue Studie zeigt, dass der Nachweis SARS-CoV-2-infizierter Personen unabhängig davon ist, welche Körperflüssigkeit den Hunden präsentiert wird. Sie bestätigt zudem, dass Hunde in der Lage sind, die Infektion schnell und sicher zu diagnostizieren und dass die freigesetzten flüchtigen organischen Verbindungen, die die Hunde riechen, unabhängig von der infizierten Körperzelle sind. Für medizinische Spürhunde scheinen alle getesteten Körperflüssigkeiten in ähnlicher Weise geeignet zu sein, um SARS-CoV-2-Infizierte zuverlässig zu erkennen.

Die Studie
Für die Studie setzte das Forschungsteam zehn spezialisierte Spürhunde der Bundeswehr ein. Nach einem speziellen Training waren sie in der Lage, 92 Prozent der über 5.000 vorgelegten Proben korrekt zu identifizieren. Die Hunde wurden ausschließlich mit Speichelproben trainiert, in der Studie mussten sie aber auch Urin- und Schweißproben auf die flüchtigen organischen Verbindungen, die die Zellen SARS-CoV-2-positiver Menschen produzieren, kontrollieren. Die Proben wurden automatisiert nach dem Zufallsprinzip verteilt – weder die beteiligten Hundeführer noch die Forschenden vor Ort wussten, welche Proben positiv waren und welche zu Kontrollzwecken dienten. Die Hunde waren in der Lage, zwischen Proben infizierter und nicht infizierter Personen mit einer durchschnittlichen diagnostischen Sensitivität und Spezifität von 95 Prozent bzw. 98 Prozent für Urin, 91 Prozent bzw. 94 Prozent für Schweiß und 82 Prozent bzw. 96 Prozent für Speichel zu unterscheiden. Die Sensitivität bezieht sich auf den Nachweis von positiven Proben. Die Spezifität bezieht sich auf den Nachweis negativer Kontrollproben. Die SARS-CoV-2-positiven Proben stammten von infizierten Personen mit und ohne Symptomen.

Der Geruchssinn des Hundes
Seit Beginn der Domestizierung nutzt der Mensch die außergewöhnlichen Geruchsfähigkeiten von Hunden, um Beute zu jagen, aber auch, um sich selbst vor Raubtieren zu schützen. Heutzutage werden Hunde zunehmend auch im Bereich der medizinischen Forschung zur Geruchserkennung eingesetzt. Sie sind in der Lage, infektiöse und nicht-infektiöse Krankheiten wie verschiedene Krebsarten, Malaria, bakterielle und virale Infektionen zu erkennen (Jendrny et al., 2021). Der Geruchssinn des Hundes ist unübertroffen und mit dem Geruchssinn des Menschen nicht zu vergleichen; Hunde haben mehr als 1.000 Gene für die Olfaktion, eine höhere Nasenoberfläche, einen optimierten Luftstrom zum Riechen, 40-mal mehr Riechrezeptorzellen (200 bis 300 Millionen gegenüber 5 bis 8 Millionen beim Menschen) und ein zusätzliches Geruchssystem (vomeronasales Organ) um einige Beispiele zu nennen. Ein Exempel veranschaulicht die Geruchsfähigkeit von Hunden: Ein Hund ist in der Lage den Tropfen einer Flüssigkeit in 50.000.000 Litern Wasser, das entspricht 20 Schwimmbecken olympischer Größe, zu erkennen.

Machbarkeitsstudie „Back to Culture“
Erst kürzlich hatte das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur angekündigt, die Studie „back to culture“ mit 1,5 Millionen Euro zu unterstützen. In Zusammenarbeit mit der Medizinischen Hochschule Hannover, dem Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Hannover Concerts, Proevent, Kynoscience, Awias Aviation Services und der Bundeswehr wollen die TiHo-Forschenden in die Erkenntnisse in die Praxis testen. Sie werden auf das Coronavirus trainierte Spürhunde in diesem Herbst bei mehreren Musikveranstaltungen einsetzen und mit Antigen- und rtRT-PCR-Tests vergleichen. Dies wird weitere Erkenntnisse darüber liefern, wie Corona-Spürhunde am besten bei der Detektion infizierten Menschen eingesetzt werden können.

Dr. Esther Schalke, EBVS® spezialisierte Verhaltensforscherin und Oberstabsveterinär an der Schule für Diensthundewesen der Bundeswehr, sagte: „Diese Studie ist ein weiterer Beweis für das Potenzial, das Geruchssuchhunde bei der Bekämpfung der aktuellen Pandemie haben könnten. Es ist schwer vorstellbar, aber die Geruchserkennung von Hunden ist um drei Größenordnungen empfindlicher als die derzeit verfügbaren Instrumente.“

Professor Albert Osterhaus, PhD, Research Center for Emerging Infections and Zoonoses der TiHo, sagte: „Es ist bekannt, dass infektiöse Atemwegserkrankungen spezifische flüchtige organische Verbindungen freisetzen können. Unsere Studie zeigt, dass Hunde diese flüchtigen organischen Verbindungen in verschiedenen Körperflüssigkeiten als Muster erkennen können.“

Professor Holger A. Volk, PhD, Klinik für Kleintiere der TiHo, sagte: „Alle wissenschaftlichen Mosaiksteinchen fügen sich nun zusammen und ergeben ein klares Bild: Der Geruchssinn des Hundes eignet sich hervorragend für die Erkennung von SARS-CoV-2-infizierten Personen. Zukünftige Studien im Feld sind nun notwendig, um zu zeigen, wie Hunde am besten eingesetzt werden können.“

 

[Quelle: Corona-Spürhunde: Diag’nose‘ – TiHo Hannover (tiho-hannover.de)]

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Hamburger Notdienst

Montag, 23. August 2021 12:00

[17. Februar 2021]

NOTDIENST

am Dienstag, 24.08.2021

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Von Dienstag, 24.08.2021, 08:00 Uhr
bis
Mittwoch, 25.08.2021, 08:00 Uhr

übernimmt unsere Praxis den tierärztlichen Notdienst der Hansestadt Hamburg. Wir bitten Sie, Ihren Notfall vorab unter der Rufnummer
040/ 87 77 76 anzukündigen.

Notfälle, die ab 18:00 Uhr angenommen werden sind – gemäß GOT (gesetzlicher Gebührenordnung für Tierärzte) – mit einem erhöhten Gebührensatz und einer zusätzlichen Notdienstgebühr von EUR 50,00 (zzgl. 19% MwSt) abzurechnen.

Wir möchten Sie darauf aufmerksam machen, dass sämtliche Leistungen sowie Medikamentenabgaben im Notdienst unmittelbar vor Ort abgerechnet werden. Eine Rechnungstellung ist NICHT möglich. Ihre Bezahlung können Sie in Bar oder per EC-Karte (KEINE Kreditkarten) vornehmen.

 

Weitere Informationen zum Thema entnehmen Sie bitte der Broschüre „Notdienst“ der Bundestierärztekammer: Zur Ansicht bitte hier klicken! 

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COVID 19

Bitte beachten Sie, dass aufgrund der aktuellen Corona-Pandemie besondere Sicherheits- und Hygienemaßnahmen gelten.

=> Das tragen eines medizinischen Mund-Nasen-Schutzes ist in der Praxis ohne Ausnahme Pflicht!

=> Bitte richten Sie sich darauf ein, die Wartezeit vor der Praxis (ggf. in Ihrem Auto) zu verbringen sofern die Kapazität unseres Wartezimmers erschöpft ist.
(Dieses gilt auch bei Schlechtwetter)

=> Zudem ist weiterhin nur EINE gesunde Person mit Tier in der Behandlung erlaubt. Begleitpersonen müssen draußen warten.

=> Bitte desinfizieren Sie sich bei Praxiseintritt die Hände an unserer dazu eingerichteten Station und berühren Sie während Ihres Aufenthalts kein Praxisinventar.

=> Nach Möglichkeit übernehmen wir Ihr Tier am Behandlungstisch, während Sie in einer Abstandszone warten.

 

 

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West-Nil-Virus auch in Hamburg nachgewiesen

Freitag, 27. September 2019 14:11

27. September 2019

Der West-Nil-Virus breitet sich in Europa weiter aus. Inzwischen übertragen auch bei uns Mücken diesen tropischen Erreger.

Nun gibt es einen ersten nachgewiesenen Fall von West-Nil-Virus bei einem Vogel im Hamburger Stadtgebiet. Damit ist davon auszugehen, dass das Virus nun auch unser Bundesland erreicht hat.

Überträger des Virus sind Stechmücken, Virusreservoir sind Wildvögel. Beim Stich einer Mücke kann das Virus auf Pferde übertragen werden.

Während bei den meisten Pferden die Erkrankung weitgehend symptomlos verläuft, kann es bei etwa 8 % der Pferde zu einer neuroinvasiven Form kommen. Die Letalität derartiger Fälle liegt dann leider bei 30 – 50 %. Auch die überlebenden Pferde (Rekonvaleszenten) zeigen häufig bleibende Schäden!

Daher empfiehlt die StIKo Vet (Ständige Impfkommission Veterinärmedizin)  Pferde in den betroffenen Gebieten zu impfen. Die Impfung erfolgt zweimal im Abstand von 3 – 5 Wochen mit jährlichen Wiederholungsimpfungen. Die Immunität beginnt 3 Wochen nach der zweiten Impfung und hält für ein Jahr.

Zum Glück ist die aktuelle Mückensaison ja hoffentlich bald vorüber, aber das nächste Frühjahr kommt bestimmt…

Das bedeutet: Die Grundimmunisierung eines Pferdes sollte also spätestens bis zum „Beginn der nächsten Mückensaison“ abgeschlossen sein!

Es ist im Moment leider nicht abzusehen/vorherzusagen, welche Dynamik die Verbreitung des West-Nil-Virus in Deutschland entwickeln wird!

Weitere Informationen zum Thema finden Sie direkt bei der StiKo Vet unter folgendem Link: StiKoVet-Stellungnahme WNV

Foto: (c) StiKoVet / Dr. Max Bastian

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Quelle: Ständige Impfkommission Veterinärmedizin (StIKo Vet) am Friedrich-Loeffler-Institut, Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit

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Heilende Berührung – Pferdeosteopathie und Pferdephysiotherapie

Dienstag, 23. Februar 2016 14:52

23. Februar 2016

Ein Beitrag von: Nina Bani Harouni 

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In der Osteopathie, der Physiotherapie und der Chiropraktik kommen gleichermaßen die Hände zum Einsatz. Die drei Therapieformen sind durchaus unterschiedlich, gehen aber von einem gemeinsamen Ansatz aus: Verspannte Muskulatur, verklebte Faszien und fixierte Gelenke werden als Ursache für vielfältige Krankheiten betrachtet, weil auf diese Weise Nerven, Durchblutung und Stoffwechsel gestört werden können. Dies kann unmittelbar Muskeln, Gelenke und Organe schädigen oder auch weitere Folgeerkrankungen nach sich ziehen.

Chiropraktik 

Dieser Begriff wird aus den altgriechischen Worten Cheir und Praxis abgeleitet, also Hand und Tätigkeit. Der Fokus liegt hier auf der Wirbelsäule, denn Störungen der dort austretenden Nerven werden als vorrangige Ursache für verschiedene Erkrankungen betrachtet. Chiropraktiker verwenden viele Impulstechniken, an der Wirbelsäule des Pferdes häufig von oben. Hierbei steht der Therapeut auf einem Podest aus Hartschaumstoff.

Physiotherapie 

Ein Physiotherapeut analysiert die Muskulatur und das Bindegewebe sowie die sportliche Situation des Menschen oder Tieres. Natürliche physikalische Reize wie Wärme, Kälte, Druck, Laserstrahlung und Elektrizität unterstützen die manuelle Therapie wie z.B. Massage und Dehnung. Die Anleitung zur Gymnastizierung, also spezielle Trainingsübungen oder auch gezielte Bewegungen, spielen eine große Rolle.

Osteopathie

Der 1828 geborene Arzt Andrew Taylor Still ist der Begründer der heutigen Osteopathie, eines ganzheitlichen Ansatzes, der nicht nur sämtliche Körperstrukturen mit einbezieht, sondern auch die sportliche Situation, die Psyche und das Umfeld.  Muskeln, Faszien, Sehnen und Bänder sowie Haut und Gelenke (auch die der Wirbelsäule) werden zunächst durch spezielle Tests analysiert und dann therapiert. Zum Einsatz kommen dabei neben Massagen sanfte osteopathische Techniken, manchmal auch Impulstechniken. So wird beispielsweise die Wirbelsäule meist von der Seite, selten direkt von oben behandelt. Da es sich bei Hirn- und Rückenmarkshäuten um Faszien handelt, gehören auch cranio-sakrale Behandlungen zu den osteopathischen Tätigkeiten.

Wer behandelt welche Beschwerden?

Alle drei Therapieformen haben sich bewährt, wenn ein Pferd am Hals, Rücken oder den Beinen erkrankt und auch, wenn der Reiter Schwierigkeiten beim Reiten hat. Für langfristige Verbesserungen bei Bewegungseinschränkungen sind gymnastische Übungen und eine Trainingsberatung sinnvoll. Hierbei helfen sowohl Physiotherapeuten, als auch Osteopathen dem Pferdebesitzer. Die Ursache einer Erkrankung kann jedoch so verborgen sein, dass wiederholt auftretende Beschwerden eine gründliche Spurensuche erforderlich machen. Für diese Aufgabe ist ein Osteopath der richtige Ansprechpartner.

 

Portrait wwwNina Bani Harouni
Pferdeosteopathie und Pferdephysiotherapie
Mitglied der Deutschen Gesellschaft für osteopathische Pferdetherapie e.V.     


Weitere Informationen unter:

www.pferdeosteopathie-elbvororte.de

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